Unsere Prinzipien

Religio

Religio

Wir sind Christen, die sich trotz eines religionskritisch geprägten Umfeldes of­fen zum katholischen Glauben bekennen. Read More
Amicitia

Amicitia

Wir bilden den Rahmen für fach- und generationsübergreifende Freundschaf­ten, die über den Studienabschluß und das Read More
Scientia

Scientia

Als zukünftige Akademiker ver­suchen wir, einander im Studium zu helfen und über den interfakultären Austausch Read More
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Wer sind wir

Unsere Verbindungsgeschichte

Damals, nach dem Ersten Weltkrieg, 1920, gründeten junge Studenten in Braunschweig gegen mancherlei Widerstände die erste nichtschlagende, aber farbentragende Korporation: die "Akademische Verbindung Niedersachsen" im CV. Gewiß, damals trug man noch Stehkragen, aber das tat einem frohen Freundeskreis mit den Grundsätzen "Religion, Wissenschaft und Freundschaft" keinen Abbruch. Man plante gemeinsame Freizeit und half sich beim Studium an einer Technischen Hochschule, die zwischen den Kriegen nie mehr als 1200 Studenten hatte, meist erheblich weniger. Für zwanzig Korporationen eine schmale Basis. Aber erst als Ende der 20er Jahre der Nationalsozialismus in die Studentenschaft eindrang, auch in die Korporationen, kam der Niedergang. Als katholische Verbindung, bestärkt durch die reservierte Haltung ihrer Kirche, machte zwar die "neue Zeit" nur geringen Eindruck auf "Niedersachsen", Widerstand regte sich jedoch auch nicht. Nach Hitlers Machtübernahme gelang es nicht mehr, Bundesbrüder zu werben. 1935 erlosch die Verbindung, zehn Jahre später versank das Dritte Reich in Schutt und Asche.

An ein Wiedererstehen der alten Korporationen glaubte niemand mehr. Und doch. Junge Leute aus der Kath. Studentengemeinschaft Braunschweig waren wieder angetan von der Idee einer Lebensverbindung und gründeten 1948, unterstützt von zunächst nur wenigen Alten Herren, die "Niedersachsen" als Kath. Deutsche Studentenverbindung neu. Im Zuge der religiösen Renaissance nach dem Krieg gedieh die junge Gemeinschaft und überwand in jugendlicher Unbekümmertheit die Armseligkeit der Zeit. Vom Überkommenen übernahmen die Jungen das, was ihnen wesentlich erschien: Die Regeln des Zusammenlebens und bei ihren Zusammenkünften das Farbentragen als Zeichen innerer Verbundenheit. Alte Zöpfe wie Trinkzwang oder "Standesehre" blieben abgeschnitten. Mit der Besserung der Lebensverhältnisse wuchs auch wieder der Kontakt zu Verbindungen des Cartellverbandes (CV) an anderen Universitäten; Studienplatzwechsler wurden Mitglieder bei "Niedersachsen" und umgekehrt.

1965 ging ein alter Traum in Erfüllung: Zusammen mit der Akad. Turnverbindung "Saxonia" bezog "Niedersachsen" ein eigenes Haus. Aber als wenn äußeres Wohlergehen eine Wende ankündigte, im Gefolge der "Studentenrevolte" von 1968, kam es zur Krise. Studenten der "Neuen Linken" gewannen in der Verbindung die Oberhand, bei der radikalen Verfolgung politischer Utopien blieb die bundesbrüderliche Freundschaft auf der Strecke. Nur unter Aufbietung aller gutwilligen Kräfte gelang es schließlich, die wirren Ideologen wieder aus der Verbindung zu drängen. Ein schwieriger Wiederaufbau folgte.

Das Unwetter war vorüber, aber Sturm und Drang in der Aktivitas sind geblieben. Heiß wurde im Lichte der Ökumene über die Beibehaltung des "Katholizitätsprinzips" diskutiert. Schon einmal, zu Beginn des Dritten Reiches, war die "konfessionelle Begrenzung" - zwangsweise - aufgegeben worden. Bei aller Achtung ihrer evangelischen Mitchristen blieb die Verbindung aus Gründen der inneren Geschlossenheit nun ihrem Grundsatz treu. Bei einem anderen Thema der Zeit erreichten die Wogen des Engagements - wie sollte es anders sein - Spitzenwerte: Frauen in der Verbindung. Sie sind zwar längst überall dabei, ausgenommen die Convente. Aber hier ging es um die volle Mitgliedschaft und Couleur. Schweren Herzens fügte man sich doch den Realitäten: Das war in Verbindung und Cartellverband aus vielerlei Gründen nicht durchzusetzen.

Hier und in ihrer ganzen Geschichte zeigt sich das Wesen einer traditionellen Verbindung im Vergleich mit vielen ungebundenen studentischen Vereinigungen, die kommen und gehen. Drei Generationen in einer lebenslangen Gemeinschaft, die Ältesten noch im Kaiserreich geboren. Sie alle waren einmal Studenten an derselben Carolo-Wilhelmina, im selben Braunschweig. Sie alle trugen einmal das Leben der Verbindung. Vieles hat sich seit den Anfängen geändert, und manches wird noch anders werden, aber die Grundsätze der Gründer werden bleiben, nämlich die Freundschaft im Bund auf der Grundlage gemeinsamen Glaubens und geistiger Bildung.